Am Anfang war nicht das Wort

Am Anfang war die Geschichte.

Sie sitzt im Kopf, im Bauch, manchmal in den Füßen. Sie ist längst da, während du noch schlummerst und dich im Bett windest. Sie ist nur ein Fragment, ein Gefühl oder ein nimmer endendes Kribbeln in den Zehen. Zumindest am Anfang. Sie wächst, zieht in die Fersen, sodass du unbewusst mit den Zehen wackelst oder die Füße an einander reibst. Und weil sie wächst, gedeiht und mutiert, bis die Füße anschwellen, erst zu Klumpen, dann zu Elefantentretern dann zu Betonklötzen, die dich im Rhein ertränken könnten, musst du dich irgendwann der Frage stellen:.

Wie kriegst du die Geschichte aus deinen Füßen?
Doofe Frage. Tänzer tanzen sie. Maler malen sie. Schriftsteller schreiben sie.
Kauf dir eine Staffelei, mach dir Musik an, tippe, was die Finger zulassen. Und finde heraus, ob du Tänzer, Sänger, Maler oder Schriftsteller bist. Oder alles davon. Und mehr.

Was passiert, wenn du sie ignorierst? Verschwindet die Geschichte dann?

Meine nicht. Sie begnügte sich irgendwann nicht mehr mit Kribbeln und wachsen. Sie war so wütend, dass sie mich nicht schlafen ließ. Sie weckte mich, mitten in der Nacht,über Monate hinweg, rollte mich von rechts nach links wie einen Kreisel: Der wird angekurbelt, im Rotieren gestoppt, um dann in die andere Richtung zurück gedreht zu werden. Was zum Geier passierte da mit mir? Mir ging es doch bestens…

Dann kam das Wort.

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